Über vielerlei

Wir haben mit vielerlei eine Selbsthilfegruppe aufgebaut für Menschen mit komplexem Gewalterfahrungen und einer daraus entstanden dissoziativen Symptomatik. Dabei ist es nicht unsere Absicht Einzelne auszuschließen, sondern wir wollen versuchen, für eine bestimmte Gruppe von Menschen einen sicheren Rahmen zu schaffen.

Daher gibt es zwei Ausschlusskriterien:
Teilnehmer_innen sollen keinen aktiven Täter_innenkontakt haben. Das es zu ungewollten oder einmalig notwendigen Kontakten mit Täter_innen kommen kann, ist uns bewusst. Daher liegt die Betonung auf der aktiven Teilhabe an Täter_innenstrukturen.

Die Gruppe ist für Menschen, welche sich als Männer verstehen nicht offen. Uns ist klar, dass diese geschlechtliche Festlegung im Allgemeinen und bei Personen aus dem Dissoziativen Persönlichkeits-Spektrum im Besonderen, kompliziert ist, aber möchten darauf vertrauen, dass Personen, die im Alltag grundsätzlich als Männer leben, nicht an der Gruppe teilnehmen.

Die Gruppe soll ein Ort sein:
– für Miteinander und Austausch, sich verstanden fühlen, sich wechselseitig unterstützen, miteinander reden∗ um von den Erfahrungen der Anderen zu lernen
∗ soziale Ressourcen auszubauen∗ Schönes und Trauriges miteinander zu teilen
∗ Informationen zu teilen (z.B. zu hilfreichen Unterstützungsangeboten, Therapiemöglichkeiten oder ähnlichem)
∗ Empowerment → einen positiven Bezug zur Dissoziativen Identitätsstruktur

– für Reflexion und Austausch über eigenes Handeln/Fühlen/Wünschen– für Solidarität und Vernetzung
– Raum bieten für die eigene Geschichte
– Raum für die Dissoziative Identitätsstruktur im Alltag schaffen
– um soziale Kontakte zu knüpfen
– Selbstbewusstsein stärken

– raus aus dem Gefühl des Anders-sein und der Isolation
∗ Sicherheit und soziale Kontinuität

Wir wünschen uns eine Gruppe von Menschen, die trotz und wegen ihrer sehr individuellen und  komplexen Gewalterfahrungen etwas gemeinsames und stärkendes miteinander teilen und aufbauen.

Folgende Voraussetzungen sind wichtig, damit die Gruppe ein sicherer Ort sein kann:

– Verantwortung für sich selbst und die Gruppe übernehmen
→ zum Beispiel in Krise von Gruppe unterstützt werden, wenn das nicht ausreicht:
das erkennen und andere Hilfe suchen und in Anspruch nehmen
– Gruppe ist kein Therapie-Ersatz, wir sind alle keine Therapeut_innen
– Umgang mit den eigenen Grenzen, diese bemerken, achten und mitteilen und die Grenzen der anderen respektieren

Zur Zeit sind wir noch auf der Suche nach einer fachlichen Begleitung für die Gruppe. Wir wünschen uns dabei jemanden, die sich vorstellen kann, die Gruppe in ihrer Entwicklung zu begleiten, bei einzelnen Gruppentreffen anwesend sowie ansprechbar bei Schwierigkeiten, Fragen oder Krisen innerhalb der Gruppe zu sein. Die fachliche Begleitung soll über Wissen um Traumafolgen, komplexe Gewaltstrukturen und Dissoziative Identitätsstrukturen verfügen und sich vorstellen können, die Gruppe einfühlsam und verlässlich zu unterstützen. Bei Interesse oder Fragen dazu gern melden per Email.

Wir wollen uns regelmäßig ein bis zweimal im Monat in Berlin treffen. Ort und Zeit teilen wir nach einer Kontaktaufnahme mit uns mit.

Hier gibt es den vielerlei-flyer05_17zum download. Gern diesen verteilen oder an geeigneten Orten aufhängen.

Bei Interesse schreibt uns eine Email- wir werden uns dann bei euch melden!